Das Klimaschutzprojekt von Krombacher – Ground Check

Nach der ersten Phase, in der die Communities angesprochen und ueberzeugt werden, folgt im naechsten Schritt der Ground Check. Wie bereits beschrieben bekommt das WWF Team von den Locals vor Ort die ersten Infos ueber Kanaele, wie haeufig sie genutzt werden, wo sie genau sind und wie tief sie sich in das Gebiet ausbreiten. Mit diesen Infos beginnt das sogenannte „Ground Truthing“: die jeweiligen Kanaele werden vom Team abgefahren und die zugehoerigen Informationen mit GPS, Zollstaeben und Sonar nachgeprueft und vervollstaendigt. So entsteht eine Karte von den Kanaelen im Projektgebiet – die dann auch mit den Informationen aus den Satellitenbildern abgeglichen werden kann. Viele von diesen Kanaele sind schmaler und flacher als ein Meter. Aber sie reichen um den Torfschwammboden auszutrocknen und ihn in einen knochenharten Untergrund zu verwandeln. Um den Groundcheck durchfuehren zu koennen muss das Team meistens vom „Speedboat“ (Einfach oder Mehrfachaussenborder) in ein „Klotok“ oder „Ces“ umsteigen. Die Klotoks sind die schmalen Boote der Einheimischen, und eigentlich Kanus die von einem meist uralten kleinen Innenbordmotor angetrieben werden. Sie sind erheblich langsamer. Sie werden meist fuer groessere Personentransporte oder auch von Haendlern zum Warenverkehr an den entlegenen Fluessen genutzt. Die Ces sind noch kuerzer und und bieten meist Platz fuer bis zu vier Personen (siehe Boot oben). Durch den schlanken Schnitt der Boote koennen sie auch die engen Kanaele noch hochtuckern und so den Zugang ins Innere der nahezu undurchdringlichen Moore ermoeglichen.

Mit den schmaleren Booten geht es dann den Kanal so weit hinauf wie moeglich. Dabei muss das Mandau Schwert (Machete) immer griffbereit sein. Nicht um wilde Tiere abzuwehren, sondern um nicht von den Wiederhaken der Rasau- oder den Dornen der Rattanpflanzen maltraetiert zu werden, die das Vorwaertskommen extrem schwierig machen. Deren Dornen/Widerhaken sind tueckisch und tun richtig weh. Je weiter das Boot den Kanal hoch faehrt, desto schwieriger wird es, insbesondere wenn dieser schon lange nicht mehr genutzt wurde. Hier ist man umgeben von dichtem Gruen und Braun, es fuehlt sich an wie ein riesiges Labyrinth: Einsam und mit sehr kurzer Sichtweite. Wenn es dann irgendwann nicht mehr mit dem Boot weitergeht, steigt man aus und watet zu Fuss durch das rotbraune Peatwater. Es ist erfrischend sich die Fuesse so abzukuehlen solange man nicht das Pech hat in einem Loch bis zum Oberschenkel zu versinken. Dann irgendwann erreicht man das Ende des Kanals. Die GPS Daten werden gespeichert und die Werte fuer Breiten- und Laengengrade in das Tabellenblatt eingetragen. Auf diese Weise wurden im Rasau Gebiet an der Ostseite des Nationalparks im vergangenen Jahr insgesamt 74 km in 21 Hauptkanaelen und 29 Seitenkanaelen identifiziert und anschliessend geblockt. Dann geht es wieder zum Boot, ein Stueckchen rueckwaerts fahren, wenden, an Pflanzen, Pilzen, gelegentlichen Waldfroeschen und seltsamsten Insekten vorbei. Als man wieder aus dem Dickicht rauskommt, tut das ploetzliche Licht richtig gut. So werden nacheinander Kanaele ausgewaehlt und Seitenarm fuer Seitenarm abgearbeitet, bis das komplette Kanalnetzwerk kartographiert werden kann.

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