Aufforstung: Baumpflanzungen im Sebangau Gebiet

Neben der Arbeit an den Kanaelen macht der WWF auf Borneo auch noch andere Projekte. Eines davon sind die Pflanzungen von neuen Baeumen, die hauefig von alleine nicht richtig nachwachsen koennen. Die Gruende dafuer sind unterschiedlich: entweder sind zu wenig Naehrstoffe im Boden, der Boden ist ueberflutet/komplett ausgetrocknet oder kleinerer Bodenwuchs verhindert die Entwicklung junger, neuer Baeume. Der WWF hilft nach, und kurbelt an verschiedenen Stellen das Nachwachsen von Regenwald an. Und ein Teil von Krombachers Spenden fliesst auch in diese Projekte.

Die Aufforstungsarbeit beginnt immer mit der Suche nach einer geeigneten Stelle fuer die Neupflanzungen. Dazu wird auf Karten das Gelaende potentieller Gebiete auf den Zustand geprueft und eine Gegend gewaehlt in der der Wald besonders gelitten hat. Es wird darauf geachtet Gebiete zu finden, die sich selbst ueberlassen besonders lange brauchen wuerden, um sich zu regenerieren. Wenn man sich fuer ein solches mit Hilfe von Karten und dem darauf folgenden Groundcheck entschieden hat, wird in der Umgebung die lokale Bevoelkerung involviert. An dieser Stelle erfolgt dann neben Aufklaerung bzgl. Umweltschutz/Folgen von Abholzung/Waldbraenden, auch die Vergabe von Kurzzeitjobs und ein Workshop zur Aufzucht von Baeumen. Die ideale Jahreszeit zum Neupflanzen ist das Ende der Trockenzeit, sprich September und Oktober. Wenn es dann soweit ist, muessen Setzlinge beschafft werden. Da in Kalimantan schon viel Wald verloren gegangen ist, sind bereits erste kleinere Unternehmen gegruendet worden, die sich nur mit dem Zuechten von Baeumen beschaeftigen. Pro Hektar pflanzt der WWF 400 Stueck, deren Setzlinge alle suedlich von Palangka gekauft und anschliessend in das Bepflanzungsgebiet gebracht werden. Zur Anpflanzung werden typischerweise drei verschiedene Arten von Baeumen genommen. Sie stammen aus Kalimantan und vereinbaren verschiedene Vorteile: Einerseits produzieren sie alle Fruechte und liefern so Nahrung fuer viele Tiere inklusive Orang-Utans, andererseits wachsen sie verhaeltnismaessig gut, auch in ueberfluteteten Gebieten und produzieren teilweise zusaetzlich „Karet“ (= Kautschuk), der spaeter als weitere Einnahmequelle verwendet werden kann.

Sind die Setzlinge vor Ort, wird im naechsten Schritt mit den lokalen Communities die Gegend abgesteckt und so ein genauer Sektor fuer die Pflanzung definiert. Meistens gibt es mehrere Sponsoren, die jeweils einige Hektar Neubepflanzung finanzieren. Das Gebiet wird mit Seilen abgesteckt und Felder von 5×5 Metern gebildet, in die die Setzlinge jeweils ca. 15 cm tief eingesetzt werden. Um 25 Hektar anzupflanzen, brauchen 10 Arbeiter etwa 10 Tage.

Zum Abschluss kommt dann die laengste Phase: das Monitoring. Um sicher zu gehen, dass die Bepflanzung auch ein Erfolg wird, muss regelmaessig die Entwicklung des Gebiets ueberprueft werden. Drei Monate nach der Pflanzung erfolgt deshalb der erste Besuch im Gebiet. Es wird geprueft welche Baeume angegangen und welche gestorben sind. Normalerweise ueberleben ca. 70-80% der Baeume. Die toten Baeume werden beim ersten Besuch (nach der Pflanzung) wieder ausgegraben. Ausserdem wird das Gebiet von Unkraut und Fremdwuchs gesaeuebert, um den Baeumen die besten Ueberlebenschancen zu bieten. Im zweiten Besuch (nach der Pflanzung) werden dann die Felder der toten Baeume neu bepflanzt, so dass auf diesen Feldern auch die Chance fuer Nachwuchs besteht. Ab dann erfolgt nur noch alle 3 Monate ein Besuch zur Unkrautentfernung. Nach 2 Jahren haben die Baeume es dann soweit geschafft, dass sie ohne Nachhilfe sich selber ueberlassen werden koennen.

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