Tourismus im Sebangau National Park

Im letzten Blog ging es um den Tourismus in Zentral Kalimantan im Allgemeinen. Warum es nicht leicht ist, den in Gang zu bekommen und was einen deutschen Touristen zum jetzigen Zeitpunkt hier erwarten wuerde. Fuer den Sebangau Nationalpark im Speziellen kommt noch ein anderes Problem hinzu: der Zugang in das Innere des Waldes ist fuer den normalen Touristen sehr aufwendig. Durch die extremen Schwankungen in den Wasserlevels sind die Uferbereiche sehr weich und waesserig. Und auch im Torfmoor selber gibt es immer wieder Bereiche die unter Wasser stehen und in denen man schnell mal bis zur Huefte im Schlamm versinkt. Zugaenge sind daher im Grunde nur ueber Boote und Boardwalks (auf Brettern und Stelzen gebaute Holzwege) moeglich, deren Holzbedarf (=Kosten) hoch und Haltbarkeit limitiert (meist 2-10 Jahre) ist.

Trotz allem. Was man einfach im Auge behalten muss ist, dass sich im Sebangau Nationalpark die weltweit groesste zusammenhaengend lebende Orangutanpopulation befindet! Und daneben andere seltene Wildtiere wie Malaienbaer, Nebelpader, Nashornvogel, um nur ein paar zu nennen. Entsprechend wurden schon 2008 mit einem Touroperator die West Seite des Parks unter die Lupe genommen um die Potentiale fuer Orangutan-/ Natur-/ Oekotourismus aufzudecken. Im Anschluss daran entschied man sich im Subdistrict Kamipang, in dem neben einigen kleinen Doerfern auch der Punggualas See im Innern des Nationalparks liegt, die indigene Bevoelkerung mit den Potentialen des Tourismus bekannt zu machen.

Seitdem ist fuer indonesische Verhaeltnisse einiges passiert. Die Dorfgemeinschaften haben sich entschlossen den Tourismus zu foerdern, und ein paar Programme fuer Besucher entworfen. Obwohl sie zwar selber noch nicht so richtig daran glauben, dass zu Ihnen, so weit weg vom Rest der Welt, viele Gaeste kommen wuerden. Die Regierung hat zwei Gaestehaeuser am See in Jahanjang gebaut und der WWF KalTeng (WWF Zentral Kalimantan) hat Workshops organisiert und ein erstes Camp im Innern des Parks gebaut. Und obwohl der Stein ins Rollen gebracht wurde ist es weiterhin dringend noetig Strukturen aufzubauen und Aufklaerungsarbeit zu leisten, vor allem Bezueglich der Qualitaeten und Bedeutung von ‚Oeko’ Tourismus. Denn den Einheimischen vor Ort ist es nur sehr schwer einsichtlich, dass Menschen aus Europa oder anderen wohlhabenden Laendern nur dann bereit sind gutes Geld fuer einen naturnahen Urlaub zu bezahlen, wenn dieser auch den Umweltschutzgedanken beruecksichtigt. Fuer sie ist es viel wichtiger Geld zu verdienen. Denn waehrend sie ihr einfaches Leben fuehren, trauemen sie alle von der Welt des Westens und der Staedte, die sie jeden Abend im Fernseher verfolgen. Technologien, Fortschritt und Modernisierung sind Dinge die sie toll finden – viel spannender als Naturschutz und Artenvielfalt.

Wer mehr erfahren moechte ueber die Tourismusentwicklung in Kamipang kann hier ausfuehrlichere Informationen finden: The Borneo Adventure

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