Projekt-News

Das Klimaschutzprojekt von Krombacher – Vorbereitung der Communities rss

Letztes Mal gab es den eher technischen Ablaufplan zur Vorbereitung. Aber was gleichzeitig passieren muss ist die Vorbereitung der Communities auf die anstehenden Aktivitaeten. Dazu faehrt das Team in das Projektgebiet und spricht mit den Beteiligten. Die meisten wissen schon was passiert und sind direkt positiv gestimmt. Aber so mancher, der weit abseits von den Hauptfluessen mit seiner Familie an einem einsamen Kanal wohnt und diesen nutzt um im Wald fischen zu gehen oder um Pflanzen, Pilze, Kautschuk u.a. zu sammeln hat natuerlich so seine Skepsis. Insgesamt sind die Eindruecke die ich beim Begleiten des WWF Teams im Feld gewonnen habe so anders das es mir schwer faellt es euch klar zu machen. Man kommt aus der onehin schon kleinen Stadt Palangka Raya (ca 150‘000 Einwohner) raus, man dachte man sei schon fast am Ende der Welt, aber dann nach einigen Stunden Fahrt ueber Stock und Stein landet man in einem Dorf am Fluss wo man deutlich naeher „am Ende der Welt ist“ (Baun Bango, ca. 700 Einwohner). Und dann, immer noch nicht da, steigt man in ein Boot, faehrt den Fluss weiter runter (links und rechts nur tausende Arten von Baeumen) biegt in einen Seitenarm ab, wieder nur Baeume, Sonne und Wasser, biegt irgendwo noch mal ab bis der Fluss von vorher 100 Metern auf 10 Meter Breite geschrumpft ist und dann, wenn das Boot schliesslich langsamer wird haelt man an einem Steg an. Ja, und jetzt fuehlt man sich richtig am Ende der Welt, denn hier ist nichts ausser einer Reihe von drei extrem einfach gebauten Holzhuetten auf Stelzen. In denen vielleicht 5-10 Leute leben. Mitten im Nichts.

Man balanciert vom schwimmenden Steg den klapprigen Holzbalken die Treppe hoch. Manche der Bewohner wissen noch gar nicht, dass wir kommen, aber viele haben schon von dem Projekt gehoert. Trotz der extrem geringen Bevoelkerungsdichte in Kalimantan (im Schnitt 13 Personen/km2) quatschen die Leute auch hier. Typisch fuer alle ist, dass die Kleidung zerschlissen und fleckig ist, jederman fast nur Barfuss unterwegs ist und die Zaehne dringend mal den Dr. Med sehen muessten. Aber die Gesichter sind entspannt und freundlich. Das Team redet mit den Bewohnern. Wie bei allen wird ihnen erklaert warum das Projekt notwendig ist. Wieso die Kanaele/die Austrocknung eine Gefahr fuer den Wald darstellen koennen und wie die Daemme helfen die Suempfe und die Fische zu schuetzen. Es ist nicht viel Ueberzeugungsarbeit noetig.Die Bewohner haben schon von anderen aus dem Umland gehoert warum der WWF Daemme baut. Und manche haben bei frueheren Braenden schon schockierende Szenarien erleben muessen. So ist eigentlich jeder sofort dabei. Es ist mehr der, fuer Indonesisien so typische, respektvolle Umgang, der den Besuch der Waldbewohner noetig macht. Es soll jeder einbezogen werden, keinem wird eine fertige Entscheidung aufgedraengt. Ja, natuerlich braucht das mehr Zeit und ist aufwaendig, aber nur wenn auch mit allen Bewohnern an den Kanaelen gesprochen wird, und jeder am Ende versteht wieso die Daemme so wichtig sind, ist das Commitment der lokalen Bevoelkerung sichergestellt. Langfristig hat es den wertvollen Vorteil, dass man Leute vor Ort hat die die Zustaende der Daemme kennen und WWF informieren lassen, wenn Instandhaltungsarbeiten noetig werden. Bei den Planungsgespraechen wie wir sie fuehren bekommt das Team dann auch die ersten Infos ueber Kanaele, Breiten, Laengen, Tiefen, die Zustaende im allgemeinen, ob und von wem sie genutzt werden oder schon verwachsen sind. So werden die ersten Daten ueber das Kanalnetzwerk gesammelt, unser Team durch wertvolle „Aussendienstler“ erweitert und Arbeiter fuer die spaeteren Konstruktionen rekrutiert.

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Das Klimaschutzprojekt von Krombacher – Vorbereitung und Technisches rss

Warum wir Canalblocking machen, habe ich bereits im letzten Blog geschrieben. Auch in der Mediathek findet ihr mehr zum Thema. Nur wie das Projekt umgesetzt wird, dass ist Euch vielleicht nicht so ganz klar. Im groben fallen folgende Arbeitsschritte an: zunaechst die richtige Planung (Erstellung von Satelitenbildern vom Projektgebiet, Besprechung mit Hydrologie-Experten, Besprechung mit den […]

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Bildung in Kalimantan rss

Wenn ich mir die Menschen auf dem Land anschaue, muss ich immer wieder feststellen, dass sie alle sehr liebenswert und herzlich sind, aber auch meistens wenig gebildet. Ich gehe darauf ein, weil ich in den letzten Beitraegen ueber die Schwelbraende gesprochen habe und ueber die Unwissenheit vieler Leute in Bezug auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Die […]

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Das Klimaschutzprojekt von Krombacher – Einleitung rss

Nachdem ich in den letzten Wochen ja eigentlich hauptsaechlich ueber das Leben hier vor Ort geschrieben habe, wollte ich jetzt weniger ueber meine eigenen Erlebnisse und dafuer etwas mehr auf das tatsaechliche Projekt eingehen. Und damit es nicht zu trocken wird, werde ich versuchen, es kompakt zu halten… Also. Das Krombacher Klimaschutzprojekt dient dem Schutz […]

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Schwelbraende in Kalimantan (2) rss

Das die Braende gefaehrlich fuer das Land und damit auch den Nationalpark sind, habe ich schon im letzten Blog kurz angerissen. Was dabei aber wichtig zu verstehen ist, ist dass diese Braende nicht nur aus Unachtsamkeiten oder mal so eben aus Versehen entstehen. Nein, ganz im Gegenteil. „Slash and Burn“ ist eine Technik, die seit […]

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Schwelbraende in Kalimantan rss

Ich weiss noch wie ich vor ungefaehr ein bis zwei Monaten angefangen habe einen Post zu schreiben, den ich dann aber nicht rausgegeben hab. Damals sass ich abends am Schreibtisch als es endlich nach Ewigkeiten mal wieder anfing zu regnen. Ein sattes Gewitter, dass mit Krawall ueber Palangkaraya einbrach und eine richtig schoene Erfrischung brachte. […]

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Karaoke in Indonesien rss

Hey. Schon mal Karaoke gemacht? Also man nehme einen 5 qm Raum, einen Bildschirm oder eine Leinwand, die entsprechende Anlage mit Mikrophon und eine Couch. Der Rest gibt sich von alleine. Es kommen ein Haufen kleiner, lachender Menschen vorbei, die weder Taktgefuehl haben noch singen koennen. Sie sitzen eng beisammen, man koennte es fast kuscheln […]

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Bukit Tangkiling rss

Hey Ben, mach auf!!! Irgend jemand klopft an meine Tuer und nervt. Als ich verschlafen von meiner Schaumstoffmatraze aufstehe und die Tuer aufmache steht Pierce mit Motorradhelm in der prallen Sonne vor mir. Ach ja, wir hatten uns ja fuer einen Ausflug verabredet. Am Wochenende bin ich immer froh aus Palangka raus zu kommen und […]

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White Skin is Boss Skin… rss

…ist einer der schraegeren Sprueche, den ich Anfang des Jahres auf Lombok von einem indonesischen Kumpel gehoert habe. Er beschreibt in einfachen Worten die Mentalitaet und Einstellung vieler Indonesier. Denn als Weisser wird man in Indonesien meistens besonders freundlich behandelt. In Touri Gegenden lernt man nach einer Weile auch den Unterschied zwischen echter und falscher […]

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Alle Happy rss

In Indonesiens freuen sich immer alle und strahlen sich gegenseitig an. Depression scheint hier ein Fremdwort, jeder ist immer jut druppe. Keine Ahnung woran das liegt, an der Sonne, an der Armut oder am Miteinander? Bapak (Vater) Kamsim, einer der Dorfaeltesten in Baun Bango vermutet, dass es am Indonesischen Kommunikationsstil liegt: weil die hier spaetestens […]

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