Orang-Utans auf Borneo
„Mensch aus dem Wald“ — das ist die wörtliche Übersetzung von Orang-Utan. Und das ist sehr treffend, denn die tropischen Torfmoorwälder Borneos sind der natürliche Lebensraum eines unserer nächsten Verwandten: Hier lebt der Pongo pygmeus, wie der korrekte lateinische Artenname in den Biologie-Fachbüchern lautet.
Der Wald schwindet und damit auch die Bestände des Orang-Utans. Zählte man auf Borneo noch etwa 13.000 Orang-Utans, so waren es 2004 nur noch etwa 6.000. In der Zwischenzeit — seit der Einrichtung des Nationalparks Sebangau — konnten der WWF und andere Organisationen die Population zwischen 6.000 und 9.000 stabilisieren. Aber die Gefahr ist noch lange nicht gebannt. Infolge der systematischen Abholzung auf Borneo und in ganz Indonesien schwindet der Lebensraum des Orang-Utans in dramatischer Weise.
Die Flächen werden kleiner, große zusammenhängende Gebiete werden zerstört, es bleiben einzelne kleine ‚Inseln‘ übrig. Aus den großen Palmöl-Plantagen, in denen die Orang-Utans Nahrung suchen, werden sie vertrieben oder einfach getötet. Zurückbleiben Hunderte von Orang-Utan Waisen, die dann — wenn sie Glück haben — in einer Station der BOS (Borneo Orangutan Survival Foundation) landen, und hier in einem langjährigen Prozess auf das Leben in freier Wildbahn vorbereitet werden.
Gerade für die Orang-Utans und die Entwicklung ihrer Population spielt der Sebangau-Nationalpark eine wichtige Rolle. Gelingt es, den Park dauerhaft wiederzuvernässen, ist damit auch die Grundlage für eine dauerhafte Wiederaufforstung zunächst durch natürliche Aussaat und dann durch systematische Anpflanzung gegeben. Dies wiederum schafft Lebensraum für die Orang-Utans, die Pflanzenfresser sind und sich auf ihren Streifzügen bis zu 5.000 Bäume als Nahrungsquelle merken können.
Im Rahmen eines Ökotourismus-Programms plant der WWF daher auch Orang-Utan-Exkursionen im Sebangau-Nationalpark. Für diesen Zweck konnte bereits ein Besucherzentrum gebaut werden.

