Wiedervernässung durch Dammbau

Wiederherstellung des Wasserhaushaltes durch Dammbau

Im Laufe der Jahrtausende hat sich das abgestorbene Pflanzenmaterial des Regenwaldes unter Wasser (ohne dabei mit Sauerstoff in Berührung zu kommen) langsam zu einer mächtigen Torfschicht aufgetürmt.

Der „Torfdom“ im Sebangau-Nationalpark hat teilweise eine Mächtigkeit von bis zu 12 Metern und ist mit Wasser vollgesogen. Der Grundwasserspiegel liegt dicht unter der Erdoberfläche. Für den Abtransport des gefällten Regenwaldholzes wurden bis zum Jahr 2004 ein weit verzweigte Kanalsysteme aus über 4.000 Gräben im Gebiet des jetzigen Nationalparks gebaut. Abholzung und der Abfluss des Grundwassers durch die Kanäle verursachen bis heute die Absenkung des Grundwasserspiegels. Wird dieser Prozess nicht aufgehalten, geht der freigesetzte Kohlenstoff aus dem Torf mit dem Luftsauerstoff eine Verbindung ein und das für das Klima so schädliche Treibhausgas CO2 entsteht. Wald- und Torfbrände verschärfen die Situation. Mit dem jahrzehntelangen Raubbau wurde ein über 5.000 – 8.000 Jahre gewachsenes Ökosystem zerstört.

Mit dem Bau von Dämmen soll es gelingen, den Wasserhaushalt des gesamten Gebietes wiederherzustellen. Das hilft gigantische CO2-Emissionen durch Torfersetzung zu verhindern und reduziert das Risiko von Wald- und Torfbränden, einer weiteren Quelle von CO2-Emissionen. Hydrologische Gutachten helfen, die Anzahl und die Größe der Dämme zu definieren. Die ersten Dämme im Rahmen der Zusammenarbeit von WWF und der Krombacher Brauerei wurden bereits 2009 gebaut. Mehrere hundert dieser Dämme sollen zu einem dauerhaften Anstieg des Grundwasserspiegels und damit zu einer Stabilisierung des Wasserhaushaltes im Einzugsgebiet der Torfmoore führen.

Gebaut werden die Dämme in Zusammenarbeit mit der einheimischen Bevölkerung, für die sich dadurch Verdienstmöglichkeiten eröffnen. Die Dämme sind teilweise mit einem Durchlass versehen, so dass kleinere Boote die Kanäle als Verkehrsweg benutzen können, was die lokale Akzeptanz der Maßnahmen erhöhen soll, das Wasser jedoch dauerhaft staut.