Moorschutz ist Klimaschutz

Moorschutz ist Klimaschutz

Moore sind geographisch betrachtet Ausnahmen im Kohlenstoffzyklus und riesige Kohlenstoffspeicher. Wenn Moore austrocknen, werden enorme Mengen von Kohlendioxid frei, die zum Treibhauseffekt beitragen. Um dies zu verhindern, müssen Moore weltweit geschützt werden.

Dauerhafte Kohlenstoff-Bindung in Torfmooren

Moorschichten wachsen im Jahr um nur wenige Millimeter. Sie entstehen, wenn abgestorbenes Pflanzenmaterial nicht zersetzt wird, weil unter der Wasseroberfläche der in den Pflanzen enthaltene Kohlenstfoff nicht in CO2 umgewandelt werden kann. Im Laufe der Zeit entstehen so gewaltige Kohlenstoffspeicher. Konservativen Rechnungen zufolge werden ca. 10 Tonnen Kohlendioxid pro Hektar Torfmoor gebunden.

Mit dem Austrocknen eines Moores, z.B. durch Entwaldung oder Kanalbau, werden die vormals von Wasser bedecketen Pflanzenreste nun der Luft ausgesetzt und zersetzt. Dabei verbindet sich der in den Pflanzenresten enthaltene Kohlenstoff mit dem Luftsauerstoff — eine gigantische Menge Kohlendioxid wird in kurzer Zeit freigesetzt. Mit dem Austrocknen des Moores steigt die Gefahr der Waldflächenbrände, was die Entstehung von Kohlendioxid zusätzlich beschleunigt.

Seit 1985 sind die Emissionen aus der Zerstörung tropischer Torfmoorwälder rapide angestiegen — und sie steigen jährlich weiter, wenn wir nicht unsere Anstrengungen verstärken.

Die besondere Lage auf Borneo

Allein in den Torfmoorwäldern der indonesischen Provinz Zentral-Kalimantans auf Borneo sind aktuell noch 6,4 Gt (Giga Tonnen) Kohlenstoff gespeichert. Das ist ca. 23-mal mehr als die jährlichen CO2-Emission Deutschlands. In den 1990er Jahren wurde von der indonesischen Regierung das so genannte Mega-Reisprojekt angeordnet, um bei der wachsenden Bevölkerung des Landes die Lebensmittelversorgung zu sichern. Dafür wurde über eine Million Hektar Torfmoorwälder gerodet und trockengelegt, um den großflächigen Anbau von Reis zu ermöglichen. Ein mehr als 4.000 Kilometer langes Netz von Drainagekanälen entwässerte das Gebiet großräumig.

Dieses Großprojekt gilt mittlerweile als Umweltkatastrophe ersten Ranges, da der angebaute Reis auf den Torfböden nicht fruchtbar war und die entwässerten Flächen nun zu kargen, feueranfälligen Ödflächen degradiert sind. Verstärkt durch das Wetterphänomen El Niño brannten in der großen Feuersbrunst von 1997 insgesamt 6,8 Millionen Hektar Torfböden in Zentral-Kalimantan. Deren Rauchschwaden waren bis ins über 2.000 Kilometer entfernte Singapur zu spüren.