Fragen & Antworten zum Krombacher Moorschutz in der Rüthnicker Heide
Was macht die Rüthnicker Heide so schützenwert? Was genau wird da gemacht? Wer überwacht den Erfolg der Maßnahmen? Antworten auf die häufigsten Fragen und warum Krombacher auch in Deutschland Moorschutz betreibt, erfahren Sie in den folgenden FAQ.
- Warum hat man sich für ein deutsches Umwelt- und Klimaschutz-Projekt entschieden?
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Aus der Historie des Regenwald-Projektes kam von Verbraucherseite immer auch die Frage nach der möglichen Unterstützung von Naturschutzprojekten in Deutschland. Seit dem Sturm Kyrill im Jahre 2007 beteiligt sich Krombacher in der Heimatregion im Sieger-/Sauerland an Wiederaufforstungsmaßnahmen. Jetzt hat man sich entschlossen – gemeinsam mit der DBU Naturerbe GmbH – ein nationales, naturschutzmäßig wichtiges Projekt zu fördern.
- Wie passt das Projekt zum Schutz der Moore in der Rüthnicker Heide in die Krombacher Nachhaltigkeitsstrategie?
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Ökonomie, Ökologie, Soziales – schon seit Jahren beschreiten wir von der Krombacher Brauerei einen konsequenten Weg in eine nachhaltigere Zukunft. Krombacher hat die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens unter das Motto „Zum Wohle für Mensch & Natur“ gestellt. In enger Zusammenarbeit mit Umweltschutzorganisationen wie dem WWF setzen wir traditionell wichtige Projekte um. Seit 2002 engagieren wir uns mit dem Krombacher Regenwaldprojekt in Zentralafrika. Aber auch nationale und regionale Maßnahmen werden von uns in Kooperation mit diversen Partnern vorangetrieben.
- Mit wem arbeitet die Krombacher Brauerei beim Moor-Projekt in der Rüthnicker Heide zusammen?
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Vertragspartner von Krombacher in diesem Projekt ist die Deutsche Bundesstiftung Umwelt Naturerbe GmbH, eine Tochter der DBU. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt ist eine der größten Stiftungen in Europa. Sie fördert innovative beispielhafte Projekte zum Umwelt- und Naturschutz. Seit der Aufnahme der Stiftungsarbeit im Jahr 1991 (gegründet wurde sie 1990) hat sie über 7.800 Projekte mit rund 1,4 Mrd. Euro Fördervolumen unterstützt.
Die DBU fördert Projekte aus den Bereichen, Umwelttechnik, Umweltforschung/Naturschutz und Umweltkommunikation. Sitz der DBU ist Osnabrück.
- Wo liegt die Rüthnicker Heide?
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Die Rüthnicker Heide liegt in Brandenburg in der Nähe von Neuruppin.
- Was ist an den Mooren der Rüthnicker Heide so besonders schützenswert?
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Der südwestliche Bereich der Rüthnicker Heide ist durch großflächige Kiefernforste geprägt, währenddessen der nördliche Bereich durch eingelagerte Moore und Kleingewässer strukturiert ist. Die Feucht- und Pfeifengraswiesen, Torfmoosmoore und altholzreiche Kiefern-Traubeneichenwälder werden durch offene Flächen mit wertvollen Calluna-Heiden und Sandtrockenrasen mit dem entsprechenden Arteninventar ergänzt.
Auf der Fläche kommen ca. 45 gefährdete Wirbeltierarten der Roten Liste Brandenburg vor, darunter 15 hochgradig bestandsbedrohte Arten. Bei den Lurchen und Kriechtieren sind Vorkommen von Schlingnatter und Kreuzkröte hervorzuheben. Im Gebiet vorkommende Vogelarten sind u.a. Seeadler, Fischadler, Raufußkauz, Ziegenmelker, Wiedehopf, Schreiadler, Raubwürger und Baumfalke.
- Was genau wird in der Rüthnicker Heide gemacht?
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Ziele:
- Wiedervernässung des inmitten der Naturerbefläche gelegenen Luchs (Moors) auf einer Fläche von insgesamt ca. 16 Hektar zum Erhalt der liegenden Torfe (Kohlenstoff-Speicher) und des Feuchtgebietcharakters (Natur- und Klimaschutz).
- Wiederherstellung des Moorwachstums (Kohlenstoff-Senke).
- Auflichtung und Waldumbau in unmittelbarer Nachbarschaft des Moors zur Erhöhung des Wasserzuflusses und der Biodiversität.
- Schutz der Flora und Fauna im Gebiet, insbesondere des dort brütenden Seeadlers.
Maßnahmen:
- Eine durchgängige Komplettverfüllung des Hauptgrabens und der angrenzenden Torfoberboden des Moors.
- Eine Teilverfüllung der Seitengräben des Moors.
- Ein Abschieben des Oberbodens bis max. 20 cm Tiefe parallel zum Verlauf des Hauptgrabens.
- Die deutliche Absenkung des Bestockungsgrades (Auflichtung) der um das Luch befindlichen Kiefernforsten auf kleiner 0,6 mit dem Ziel, dem Moor mehr Regenwasser zuzuführen.
- Ein Waldumbau in einer „Pufferzone“ von ungefähr 100 m Tiefe um das Moor (vom Kiefernforst zum naturnahen Laubmischwald) insbesondere mit Eiche und Buche, aber auch anderen, standortheimischen Baumarten wie z.B. der Wildlinde oder der Schwarzerle.
- Entfernung vom Baumbewuchs im Moor selbst.
- Ausweisung einer Schutzzone um den vorhandenen Seeadlerhorst.
- Wann hat die Zusammenarbeit zwischen der Krombacher Brauerei und der DBU begonnen?
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Erste Gespräche fanden Mitte 2010 in Osnabrück statt. Eine Vorabbesichtigung fand im September 2010 statt und der Kooperationsvertrag wurde im Dezember 2010 unterschrieben. Die Vermittlung erfolgte durch Prof. Dr. Schulte vom Waldzentrum der Universität Münster.
- Wann haben die Arbeiten vor Ort konkret begonnen?
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Die vorgenannten Maßnahmen werden von der DBU Naturerbe GmbH in 2011 durchgeführt.
Die Zusammenarbeit der Krombacher Brauerei und der DBU hat bereits Ende 2010 begonnen und erste hydrologische Gutachten wurden in Auftrag gegeben. Mit der Entwicklung wurde im Januar 2011 begonnen. Die Humboldt Innovation GmbH ist beauftragt worden um eine Bestandsaufnahme der Moorböden und C-Speicher zu machen. Zudem werden Referenzprofile angelegt und die Oberböden chemisch-ökologisch beschrieben.Die Hochschule für Nachhaltige Entwicklung in Eberswalde macht eine Kartierung der Vegetationszonierung und stellt eine Gesamtartenliste auf. Zudem werden faunistische Erhebungen durchgeführt. Die Gräben, die bisher der Entwässerung des Gebietes dienten, werden genau kartiert.
Diese Arbeiten müssen durchgeführt werden, um den Ausgangszustand zu dokumentieren und später die genauen Effekte der Wiedervernässung beurteilen zu können. Zu dem werden Grundwassermesspegel installiert, um den Wasseranstieg zu verfolgen. Schließlich ist ein genaues Nivellement der Fläche nötig, um die Grabenverfüllungen vorzubereiten.Der Bundesforstbetrieb hat den Bestockungsgrad auf den umgebenden Flächen des Luchs inzwischen deutlich abgesenkt. Diese Maßnahme gehört nicht zum Projekt, ist aber eine wichtige Voraussetzung. Als nächstes steht jetzt die Beräumung der Schlagflächen an. Im Herbst werden dann die Unterbauten eingebracht.
- Wie langfristig sind die Arbeiten zum Schutz der Moore in der Rüthnicker Heide angelegt?
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Über die nächsten 10 Jahre werden Instandhaltungs- und Pflegearbeiten durchgeführt, danach ist ein stabiler Zustand mit ökologischem Gleichgewicht erreicht.
Zur Durchführung des Projektes stellt die Krombacher Brauerei der DBU Naturerbe GmbH 200.000 € zur Verfügung.
- Wie wird die Öffentlichkeit über die Naturschutzmaßnahmen informiert?
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- über Pressemitteilungen
- über die Anzeigen in der Bild am Sonntag
- durch Journalisteneinladungen in die Rüthnicker Heide
- durch Begehungen interessierter Bürger

